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Die Botschaft ist schlicht, aber eindrucksvoll. "Sparen Sie bis zu 4000 Mark pro Jahr mit der Krankenversicherung", rät die adrette Blonde in der Werbung des Nachrichtensenders n-tv. "Fordern Sie jetzt Ihre kostenlose Analyse aus bis zu 35 Krankenversicherungen an." Nur ein kurzer Anruf, so suggeriert mancher Spot, und der Kunde erhält als Ergebnis einer persönlichen Auswertung besonders günstige Angebote privater Krankenversicherer, unverbindlich natürlich. Der Vorschlag ist verlockend. Denn wer in die private Krankenversicherung wechseln will, steht vor einem ernsten Problem. Unter mehr als 1000 Tarifkombinationen muss er ein Angebot finden, das erstens seinen Wünschen entspricht und zweitens ein möglichst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Angesichts dieser Aufgabe ist jede Hilfe willkommen - erst recht, wenn sie kostenlos ist. Ernüchterndes ErgebnisDie STIFTUNG WARENTEST machte die Probe aufs Exempel. Verdeckt riefen ihre Tester bei den Firmen Concret, Impuls, Transparenz und der Agentur Dallmann an. Sie bieten im Fernsehen oder in Anzeigen an, für Interessenten nach passenden und günstigen privaten Krankenversicherungen zu fahnden. Die Frage war: Findet ein Kunde dort tatsächlich einen Vertrag, der seinen Wünschen entspricht und gleichzeitig zu den Top-Angeboten auf dem Markt zählt? Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Suche nach dem richtigen Angebot über diese Agenturen ist fast immer ein Lotteriespiel. |
In 24 von 41 Fällen erhielten die Tester mehrere Angebote, unter denen nicht ein einziges alle Anforderungen erfüllte. Die Auswerter hatten entweder Wünsche des Kunden ignoriert oder die empfohlenen Tarife waren zu teuer. In 17 Testfällen erhielt der Kunde zwar ein Angebot, das alle seine Anforderungen erfüllte. Oft nutzte ihm das aber herzlich wenig: Denn diesen Treffer musste er selbst aus einer Liste von drei bis zehn empfohlenen Tarifen herausfinden. Und das war harte Arbeit, weil die Beschreibung des Versicherungsschutzes regelmäßig unverständlich war. Zunächst Daten offenlegenDoch bevor der Interessent den versprochenen Versicherungsvergleich überhaupt erhält, muss er sich vorstellen. Am Telefon werden seine Daten wie Name, Adresse, Berufsstand, Alter und Einkommenshöhe erfasst, dann wird er erst mal vertröstet. Für die versprochene Auswertung, so heißt es vage, rufe in den nächsten Tagen jemand zurück. Mehrere hundert Bundesbürger reagieren nach Auskunft der Firmen monatlich auf die Telefonnummern aus den Fernsehspots. Dahinter stecken oft Medienagenturen, die ähnlich wie Adressenhändler arbeiten. Ihre Profession ist es, Daten von potenziellen Kunden zu sammeln - und dann für harte Mark weiterzuverkaufen. Medienagenturen wie Concret, Impuls oder Transparenz helfen Interessenten also nicht selbst, sondern reichen ihre Daten weiter. Zu Preisen von etwa 110 bis 190 Mark verkaufen die Händler nach eigenen Angaben die Adressen potenzieller Privatversicherter an Versicherungsvermittler. |
Anders als die drei Medienagenturen ging in unserem Test lediglich die Firma Dallmann vor. Diese Versicherungsagentur vermittelt selbst Policen und verdient an den Provisionen dafür. Die Agentur Dallmann wirbt im Unterschied zu den anderen auch nicht im Fernsehen, sondern in den "Gelben Seiten" der Telekom. Wer daraufhin anrief, wurde fast immer prompt mit einem hauseigenen Versicherungsvermittler verbunden. Erstaunlich war allerdings, dass die Testkunden aus dem gesamten Bundesgebiet immer von denselben drei Vermittlern betreut wurden. Dabei hatte jeder von ihnen eine örtliche Telefonnummer angewählt. Vorgaben vernachlässigtBei einem Versicherungsvermittler landete der Kunde am Ende immer. Ob bei einem guten oder schlechten, hing bei den Medienagenturen Concret, Impuls und Transparenz davon ab, wer seine Daten kaufte. Bei der Agentur Dallmann landete der Kunde bei dem Berater, dessen Telefonleitung gerade frei war. Im ersten Schritt zur optimalen Krankenversicherung sollten die Vermittler dann Bedarf und Wünsche des Kunden klären. Schon das war nicht so einfach wie es scheint: Sechs Vermittler - so ergab der Test - interessierten sich erst gar nicht für die Vorstellungen des Kunden. Es half in den übrigen Fällen oft auch nichts, dass die Testkunden von sich aus präzise Vorgaben machten. Viel zu häufig wurden diese Anliegen bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Vor allem der Wunsch nach einer hohen |
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| Leistungsbereich | Wunsch Welche Vorgaben die Kundinnen machten |
Möglichkeit FINANZtest-Musterlösung: LKH 1) |
Wirklichkeit Wo und wie oft die Angebote abwichen |
| Alle Bereiche |
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| Ambulant |
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| Stationär |
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| Zahn |
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| Krankentagegeld |
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| Monatsbeitrag |
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| 1)Tarifkombination: 100 + 194 (ambulant und Zahn) + 200 (stationär) + T06/120 (Krankentagegeld); PVN. Insgesamt blieben in vier Testfällen die Angebote hinter der Musterlösung zurück. Stand: 15 April 1999 |
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